Wir bei Borbet – Die Umfrage: Große Beteiligung und klares Votum für Tarif!

Wir bei Borbet – Die Umfrage: Große Beteiligung und klares Votum für Tarif!

Unter dem Motto „Es kommt was in Bewegung“ haben wir die Beschäftigten bei Borbet nach ihrer Meinung gefragt. Über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Borbet-Standorte haben sich an der Umfrage der IG Metall beteiligt.

Vom Thema Einkommen und Tarif über Arbeitszeit, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Weiterbildung und Qualifizierung bis hin zum ebenso wichtigen Punkt der persönlichen Wertschätzung, waren viele Themen dabei, die unser Arbeitsleben prägen. Die Ergebnisse der Umfrage fließen schon jetzt in die Arbeit der IG Metall und der Tarifkommission in Medebach-Hesborn und Bad-Langensalza ein.

Wir möchten Euch ab sofort regelmäßig hier auf unserem Blog die wichtigsten Ergebnisse der einzelnen Themengebiete vorstellen. Den Anfang machen wir heute mit dem Thema Einkommen und Tarif.

Spitzen Leistung und magere Löhne? Besser mit Tarif!

Wir haben die Beschäftigten bei Borbet gefragt, wie sie ihr Einkommen unter verschiedenen Gesichtspunkten beurteilen. Dabei zeigten sich durchaus Unterschiede an den einzelnen Standorten. In einem aber ist sich die große Mehrheit der Beschäftigten einig. Sie wünschen sich eine Bezahlung nach dem für die Metall- und Elektroindustrie geltendem Tarifvertrag. Dieser Aussage stimmten im Durchschnitt 90% der Befragten zu. Ein klares Votum der Beschäftigten!

Bei der Frage danach, ob die Beschäftigten ihr Einkommen im Verhältnis zu ihrer Leistung für angemessen halten, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den nicht tarifgebundenen Standorten und dem Standort Solingen, für den der Tarifvertrag gilt. In Bad Langensalza, Kodersdorf und Medebach-Hesborn halten 75 – 82 % ihr Einkommen für eher nicht oder überhaupt nicht angemessen im Verhältnis zu ihrer Arbeitsleistung. In Solingen hingegen hält die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen (55%) ihr Einkommen für angemessen.

Bei der Frage, ob das Einkommen auch fürs Leben reicht, sagt die Mehrheit der Befragten: „gerade so“. Nur eine Minderheit der Befragten kann von sich behaupten, dass sie sehr gut von ihrem Einkommen leben können (Medebach-Hesborn 6%, Kodersdorf 7%, Bad Langensalza 11%, Solingen 16%).

Dieser Trend setzt sich auch bei der Frage nach der Erwartung an die spätere Rente fort. An den nicht tarifgebundenen Standorten geht beinahe die Hälfte der Befragten davon aus, dass ihre Rente später nicht zum Leben reichen wird.

Du möchtest das ändern? Dann unterstütze die Tarifbewegung bei Borbet und werde jetzt Mitglied der IG Metall  

 

8 Kommentare
  1. Hallo Kollegen,

    die Umfrage zeigt es doch eindeutig das wir einen Tarifvertrag brauchen, alles andere ist doch Augen verschlissen vor der Realität. Es geht doch nicht nur um Geld sondern auch um Wertschätzung und Regelungen die für alle klar sind und nichts mit einem Nasen Faktor zu tun haben.
    Es soll ja, wie der Buschfunk von Borbet berichtet eine neues Entgeltsystem geben was der Betriebsrat mit der Geschäftsleitung einführen will. Wer glaubt das läuft ohne die IG Metall gerecht ab ist doch mit dem Klammmerbeutel gepudert. Am Ende des Tages ziehen die uns doch wieder über den Tisch.

    L.G
    Macke

    P.S Wir brauen den Tarifvertrag!

  2. Ja, genau so sehe ich das auch, ohne die IGM im Boot werden wir kein faires Entgeldsystem bekommen. die werden uns nur über den Tisch ziehen.
    Deshalb dürfen wir jetzt nicht locker lassen und für den Flächentarifvertrag kämpfen, an allen Standorten.

    L.G.
    Oskar

  3. Ich denke auch, persönlich bei einer sieben Tage Arbeitswoche und einem einzigen „richtigen“ Wochenende im Monat frei und dem Durcharbeiten an Feiertagen und einem absolut unangenehmen 4-Schicht-System, dem enormen Lebenszeiteinsatz den man für seinen Arbeitsplatz erbringt, fehlt die Wertschätzung und angemessene Vergütung. Da ist es nur gut wenn man mit einem ordentlichen Tarifvertrag alles versucht ein wenig fairer zu gestalten und das bitte ohne wenn und aber in allen Standorten!

  4. Ohne die IG Metall geht da nix wirklich in Richtung Fairness weil es wieder nur einen Krümel geben wird der sich nicht mehr wiederholt zudem darf man auch nicht vergessen das der Gewinn ein Teil unserer Bereitschaft ist sowie Verzicht auf einiges. Da sollte es kein Thema für ein Unternehmen sein auch gerechte tarifliche Leistungen zu zahlen was schon längst überfällig wäre ohne wenn und aber. Wir stehen jeden Tag und Nacht und auch an Feiertagen in der Firma und schuften wie die wilden genau aus diesem Grund muss ein Tarif her am besten Gestern schon.

  5. Zunächst einmal zur Klarstellung.
    Hier wird von einem unangenehmen 4 Schicht System geredet, gleichzeitig aber in Solingen mit aller Macht an einem solchen festgehalten – Widerspruch als solches.

    In Thüringen werden Schilder mit der Forderung nach 35 Stunden/Woche hochgehalten, obwohl der Großteil der Belegschaft (auf eigenen Wunsch) nur 33,6 Stunden/Woche arbeitet (5-Schicht-System)- ebenfalls Widerspruch als solches

    In Thüringen und Kodersdorf hat es in den letzten Jahren überproportionale Lohnerhöhungen gegeben, was völlig in der Diskussion fehlt.

    Vielleicht sollte man vor den üblichen Platitüden mal einheitlich informieren und nicht immer Äpfel mit Birnen vergleichen.

    • Schichtsysteme die auch eingehalten werden können (gefühlt)unangenehm aber auch angenehm sein, Schichtsysteme die durch ständiges einbringen von Frei- oder Zusatzschichten kein geregeltes Privatleben mehr zulassen sind unangenehm.

      Die 35 Stunden als tariflich verankerte Arbeitszeit ist kein Wiederspruch zu einer, für einige geringere Arbeitszeit. Das ist durchaus eine gängige, begründbare Praxis in manchen tarifgebundenen Betrieben. Wäre das widersprüchlich, würde jeder Mehrarbeitsantrag des Arbeitgebers auch einen solchen Widerspruch auslösen.

      Überproportionale Lohnerhöhungen in den letzten Jahren sind gut, fangen sie doch die unterproportionale oder fehlende Erhöhung davorliegenden Jahr etwas auf. Sie können zudem dazu dienen, die Lohnlücke zu den benachbarten Betrieben zu reduzieren. Würden die Kolleginnen und Kollegen wohl einen Tarifvertrag fordern, wenn ihre Arbeitsbedingungen über denen des jeweiligen Flächentarifs lägen?
      Letztlich geht es aber nicht nur ums Entgelt. Tarif beinhaltet eben mehr als nur Entgelt.

      Gute Informationen sind schwer zu bekommen.
      Noch schwerer ist es, mit ihnen etwas anzufangen.
      (Zitat: Arthur Conan Doyle (1859 – 1930))

      Man ist eigentlich nur durch Nachdenken unglücklich.
      Joseph Joubert (1754 – 1824)

      • Sehr geehrter Herr Kreutzmann,

        vielen Dank für die Zitate. Leider haben Sie meine Anmerkung aber wohl nicht verstanden. Wenn sich hier im Forum alle über Arbeitszeiten und auch Entgelte beschweren und mit markigen Sprüchen und Formulierungen -einseitig- auf Missstände hinweisen, so sei es doch erlaubt auch mal darzustellen, was an den einzelnen Standorten auch schon erfolgt ist. Dies enthält noch gar keine Wertung oder gar Meinung zu einem Tarifvertrag, sondern ist nur Teil einer zusätzlichen Information.

        Da Sie aber auf Zitate stehen anbei:

        „Zuverlässige Informationen sind unbedingt nötig für das Gelingen eines Unternehmens.“

        (Zita: Christoph Kolumbus(1451 – 1506), italienischer Seefahrer in spanischen Diensten)

  6. Wie die Zustände und Verhältnisse in anderen Werken sind kann ich persönlich als MA in Hesborn nicht beurteilen.
    Man sollte auch mal mit MA in der Produktion reden. Das 5-Schicht-System sieht ganz gut aus, auf dem Papier, denn in der Realität ist es der Fall dass man ständig vom Vorgesetzten „gefragt“ wird ob man nicht noch ein zwei Tage dranhängt oder früher anfangen kann. In den seltensten Fällen werden tatsächlich 33,6 Stunden gearbeitet. Forderung nach 35 Stunden-Woche also absolut nachvollziehbar.
    Interessant zu erfahren das andere Werke überproportionale Lohnerhöhungen erfahren haben. Glückwunsch für die Kollegen, warum hat es diese nicht auch in Hesborn gegeben?

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